C'è ancora domani

Paola Cortellesi

Autorin, Regisseurin und Hauptdarstellerin Paola Cortellesi ist eine der dynamischsten und vielseitigsten Künstlerinnen Italiens. Ihr Regiedebüt, die Tragikomödie "C'è ancora domani", ist der besucherstärkste Film des Jahres in Italien.

Rom, 1946 nach der Befreiung vom Faschismus. Delia (Paola Cortellesi) ist die Frau von Ivano (Valerio Mastandrea) und Mutter dreier Kinder. Zwei Rollen, in die sie sich voller Hingabe fügt. Obendrein bessert sie die Haushaltskasse mit vielen kleinen Hilfsarbeiten auf, um die Familie über Wasser zu halten. Ivano hingegen fühlt sich berechtigt, alle daran zu erinnern, wer der Ernährer ist. Nicht nur mit Worten. Körperliche und psychische Gewalt gehören für Delia zum Alltag. Bis ein mysteriöser Brief eintrifft, der ihr den Mut gibt, alles über den Haufen zu werfen und sich ein besseres Leben zu wünschen, nicht nur für sich selbst...

C'è ancora domani

Dauer

118 Minuten

Sprache

I/df

Alter

12

Genre

Drama

Produktion

2023, Italien

Besetzung

Paola Cortellesi, Valerio Mastandrea, Emanuela Fanelli, Vinicio Marchioni, Giorgio Colangeli, Romana

Mo
Di
Mi

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David Schlittler

Morgen ist auch noch ein Tag – aber besser heute schon schauen!

Als hätte man selber eine Watsche ins Gesicht gekriegt: Ivano, der Mann im weissen Unterhemd, ist gereizt und schlägt Delia, seine Frau in der Schürze. Mit ihrer schonungslosen Dramakomödie C'e ancora domani gibt Regisseurin Paola Cortellesi von Beginn weg den Tarif durch. Sie lässt uns verdutzt, aber gebannt ins Rom von 1946 blicken; und zwar so, dass wir das Heute nie ganz vergessen und uns daran erinnern: Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Der Zweite Weltkrieg ist vorbei, Mussolinis Faschisten sind amerikanischen GIs gewichen, doch die alteingesessene Gewalt im Alltag herrscht ungebrochen. Deutlich wird dies entlang der Geschlechterrollen, in denen Machtgefälle und gesellschaftliche Mitbestimmung klar verteilt scheinen. Was zuweilen als naturgegebene Ordnung erscheint, entlarvt dieser bittersüsse Film als von Mannsbildern zugespanntes Korsett und als Absurdität sondergleichen. 

Zwischenmenschliches und eingeübtes Familienleben lässt dieses so verspielte wie brisante Werk zum gesellschaftlichen Tanz werden. Die Figuren haben klare Rollen, bewegen sich im vorgegebenen Takt und schmeissen ihre Körper in ritualisierte Posen, mal tragisch, mal glücklich, mal verzweifelt, mal ausbrechend. Und am Ende dieses Films, der im starken Kinojahr 2023 trotz Barbie und Oppenheimer die italienischen Kinokassen dominierte, steht ein befreiendes, hoffnungsfrohes Lachen, das dazu einlädt, begeistert miteinzustimmen.